Startseite Fortuna Postelwitz Bildergalerie Veranstaltungskalender Schifferfastnacht Kontakt Links Gästebuch
Unsere AhnenHeuteBilder zur Schifferfastnacht
Unsere Ahnen und die Schifferfastnacht


              Vermaler 1933
Ein alter Brauch der Elbeschiffer, die Schifferfastnacht, wird in den Dörfern an der Oberelbe seit Jahrhunderten begangen in Postelwitz seit 1612.
Im Winter, wenn auf der Elbe starke Eisschollen treiben oder sie gar viele Wochen fest zugefroren war, mußte die Schiffahrt ruhen, und die Schiffer waren ohne Arbeit.

Nach monatelanger Abwesenheit im Sommer waren die Männer natürlich gern bei ihren Familien, Freunden und Bekannten. Die Arbeitslosigkeit im Winter zehrte jedoch das wenige Ersparte schnell auf, so daß die wärmeren Tage und der Beginn der Schiffahrt ersehnt wurden. Deshalb wurde um die Monatswende Januar/Februar der Winter ausgetrieben, Nach den kargen Wochen geschah das unter Beteiligung des ganzen Dorfes fröhlich und ausgelassen als Sehifferfastnacht.

Der neue Anfang war schwer
Der faschistische Krieg zerstörte diese Postelwitzer Tradition, denn es gab keinen Grund zum Fröhlichsein. Aber auch nach der Befreiung standen die Trauer um verlorene Familienangehörige, Sorgen und Nöte an vorderster Stelle.

Nach der Gründung der DDR, als sich die Lebensbedingungen von Tag zu Tag spürbar verbesserten, versuchten die Bürger Rudolf, Fiedler und Georg Friebel, dem Prossener Beispiel folgend, die Postelwitzer Einwohner wieder für die Schifferfastnacht zu gewinnen.
Sie machten das auf eine recht drastische Art. In der Fastnachtsnacht 1951 trugen sie die Schifferfastnacht zu Grabe, Indem sie unterhalb des Singesteines ein Kreuz und einen Kranz mit Fastnachtsutensilien niederlegten. Der Anstoß half jedoch nicht. Im Gegenteil - die Fastnachtsutensilien waren nach der nächsten Nacht spurlos verschwunden. 1952 versuchten schon vier Unentwegte durch personliche Gespräche, Bereitschaft und Initiative zu wecken, aber der Durchbruch wurde nicht erzielt.
Werner Friebel und Rudolf Fiedler ließen sich jedoch nicht erschüttern und zogen am Fastnachtsnachmittag 1953 mit einigen anderen "Fastnachtsmusikern" durchs Dorf. Dieses offensive Herangehen klang mit einem Faschingstanz im "Cafe Hänizschel" aus. Der Bann war gebrochen.

Die Nationale Front unter Leitung von Erhard Friebel faßte den Beschluß, dieses alte Volksgut künftig in würdiger Form zu begehen. Seit 1954 wird die Schifferfastnacht wieder in traditioneller Form gefeiert.